
Es gibt viele anfängertaugliche Gleitschirmsysteme von verschiedensten Herstellern und Händlern. Moderne Einsteigerschirme bieten ein hohes Maß an Sicherheit, gutmütige Flugeigenschaften und erleichtern den Einstieg in den Gleitschirmsport. Dennoch ersetzt auch das beste Material keine solide Ausbildung und regelmäßiges Training.
Steuerung und Technik:
Richtungsänderungen und Bremsmanöver werden präzise über die Steuerleinen ausgeführt. Durch das Bewegen der Arme des Modellflugpiloten wird die Bremswirkung gesteuert, während einseitiges Ziehen kontrollierte Kurvenflüge ermöglicht.
Die Geschwindigkeit wird über die Veränderung des Anstellwinkels beeinflusst: Wird dieser verringert, erhöht sich die Vorwärtsgeschwindigkeit des Modells.
Die Steigleistung lässt sich zusätzlich durch die Anpassung der Motorleistung gezielt erhöhen oder reduzieren.
Bauweisen bzw. System Unterschiede
Es gibt verschiedene Systeme unter den Gleitschirmen. Das sogenannte „Single-Skin“, auch Einfachsegel genannt, zeigt sich als sehr robust und strapazierfähig. Es ist leicht zu starten und verzeiht auch leichte Fehler. Aus diesem Grund ist es ideal für Anfänger. Das System „Double-Skin“ ähnelt am ehesten manntragenden Systemen mit zwei Segellagen. Dies führt zu einer hohen Gleitleistung und eignet sich besonders gut für den schon weiter fortgeschrittenen Piloten. Als drittes System gibt es den sogenannten „Paramotor vs. Freiflug“. Reine Gleitschirmmodelle werden hauptsächlich an Hängen oder mit Hilfe der Thermik geflogen. Modelle mit einem Rückenmotor (Paramotor) können problemlos auch von der Ebene aus gestartet werden und mit Hilfe des Motors an Höhe gewinnen.
Besonders wichtig ist das sogenannte Aufziehen des Schirms. Dabei lernt der Pilot, den Gleitschirm kontrolliert über sich zu bringen und ihn stabil zu halten. Diese Grundtechnik bildet die Basis für sichere Starts und sollte bereits zu Beginn intensiv geübt werden.
Gerade Anfänger unterschätzen häufig, wie entscheidend eine saubere Schirmkontrolle am Boden ist. Wer das Aufziehen sicher beherrscht, kann Windverhältnisse besser einschätzen, kontrollierter starten und gefährliche Situationen vermeiden. Deshalb empfehle ich das Groundhandling regelmäßig zu trainieren – auch unabhängig vom eigentlichen Fliegen.
Wer langfristig sicher und mit Freude fliegen möchte, sollte neben der technischen Ausrüstung vor allem in seine eigenen Fähigkeiten investieren.
Besondere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Finger und Hände sind dabei unbedingt zu beachten. Es wird dringend empfohlen, einen Motoraus-Schalter zu programmieren bzw. zu verwenden. Der Motor sollte grundsätzlich erst dann eingeschaltet werden, wenn der Gleitschirm sauber über dem Piloten steht und stabil in der Luft ist.
Ein gebrauchtes Komplettset inklusive Gondel liegt preislich bei etwa 600-800 Euro. Der Neupreis für einen neuen Schirm inklusive Gondel beträgt ungefähr 1.900 Euro, allerdings ohne Motor, Regler und weitere Elektronikkomponenten. Die Gesamtkosten hängen stark davon ab, welche Komponenten eingebaut werden sollen. Für die Steuerung sollten leistungsstarke Servos mit mindestens 50 kg Stellkraft verwendet werden.
Empfehlenswert ist außerdem ein Beschleuniger-System, das die A-Leinen – also die vorderen Leinen stufenlos – um etwa 7 cm nach unten zieht. Dadurch kann zusätzliche Geschwindigkeit aufgebaut werden, was insbesondere bei stärkerem Wind hilft, eine stabile Vorwärtsbewegung zu erreichen.
Bilder Serie mit verschiedenen Gleitschirmen
(Text und Bilder: Boxdörfer Thomas, Winter Dominik, Winter Helmut)

Übersicht über die Bauteile eines Gleitschirms


